Präsentation des Schulbuches „Shoa in der Bukowina“

Am Montag, dem 8. Oktober 2018, wurde an der Nationalen Universität Czernowitz. Yuriy Fedkovych die Ausstellung „Werkstatt Erinnerung an den Holocaust“ in der Ukraine feierlich eröffnet. Die Studierenden, die Schulklassen sowie zahlreichen Besuchergruppen der Universität machten vom Besuch der Ausstellung und den Veranstaltungen regen Gebrauch, bis zu 200 Personen besuchten täglich das Projekt.

Im Rahmen der Ausstellung wurden eine Reihe von Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die dem 77.Jahrestages der Einrichtung des Ghettos in Czernowitz gewidmet waren aus dem viele Bukowiner Juden in den Tod geschickt wurden.

Unser Dank allen Beteiligten, dem Museum für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina, Mykola Kuschnir, der Nationalen Universität Czernowitz, der Jüdischen Schule Czernowitz, Frau Natalya Gerasim, Leiterin des Zentrums für Bildungsmanagement der Stadt Czernowitz und Frau Anya Berezhna (Projektkoordinatorin UA) für die aktive und engagierte Umsetzung der Veranstaltungen.
Besonders bewegend war dann der Besuch am Denkmal für die Opfer des Ghettos zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Jüdischen Schule und zwei Shoa Überlebenden, Miriam Taylor (heute USA) und Herbert Rubinstein (Jüdische Gemeinde Düsseldorf), Freunde aus der Kindheit, deren Familien in den 30er und 40er Jahren eng befreundet waren und sie nun zum ersten mal seit 76 Jahren wieder in Czernowitz zusammen trafen.

„Als ob es gestern gewesen wäre, wir standen uns nahe wie Geschwister“, so Mimi Taylor in einem Interview.

(20 Kippot in Czernowitz, beim Besuch des Denkmales für das dortige Ghetto)

Am Zweiten Tag folgte dann eine
Präsentation der elektronischen Fassung des Kinderbuches „Shoa in der Bukowina“ mit Elementen des Comics „Blindekuh mit dem Tod“, Erinnerungen von Kindern an die dunkle Zeit der deutschen und rumänischen Okkupation.

Фото: „Вчимося пам’ятати“

Das Buch basiert auf Fragmenten von Memoiren fünf jüdischer Zeitzeugen aus Czernowitz, ergänzt durch authentisches Material in Form von Fotografien, Briefen, Archivdokumenten sowie didaktischen Apparaten – historischen Referenzen, Begriffserklärungen jüdsicher Symbolik usw.

Das Buch wurde im Rahmen des transnationalen ukrainisch-deutschen Projekts „Erinnerung lernen“ erarbeitet, das eine ganze Reihe von Bildungs- und Gedenkinitiativen zusammenführt, um die Erinnerung an den Holocaust auf dem Gebiet der heutigen Ukraine zu bewahren.
Außer Mimi Taylor, die mit ihrem Gatten aus den USA angereist war und Herbert Rubinstein nahmen noch Nachfahren der weiteren Überlebenden an der Veranstaltung Teil.

Bei der Buchvorstellung erinnerte auch der Deutsche Gesandte in der Ukraine Wolfgang Bindseil, sowie Vertreter des Jüdischen Museums und der Jüdischen Gemeinde an das Schicksal der Insassen des Ghettos und der Hölle von Transnistrien, die viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf durchlitten haben.
Anläßlich des 10. Jahrestages der Gründung des Museums für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina wurde nun dieses Aufsehen erregende beeindruckende Buchprojekt vorgestellt, das vor allem Herbert Rubinstein auch als Vorbild für eine Erinnerungsarbeit in Nordrhein Westfalen verstanden haben will.

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