Wir trauern um Klaus Dönecke

Fast 40 Jahre arbeitete Klaus Dönecke bei der Polizei. Fast genauso lange interessierte er sich für Polizeigeschichte. Er hat Seminare und Exkursionen für seine Kollegen zu Gedenkstätten in Polen und nach Israel organisiert. 2009 nahm er gemeinsam mit 25 weiteren Düsseldorfer Polizeibeamten und dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstelle in Jerusalem, an einer Kranzniederlegung teil – auf Wunsch der israelischen Gastgeber erstmals als deutscher Polizist in Uniform.

Hauptkommissar a.D. Klaus-Friedrich Dönecke verstarb überraschend am 4. Juli 2017 und wurde 62 Jahre alt.

Mehr oder weniger zufällig war Dönecke in den 90-er Jahren auf drei große Holzkästen mit alten Personalkarteikarten gestoßen und fand die dazugehörigen Personalakten. Sie förderten Schreckliches zu Tage: Düsseldorfer Polizisten waren am Massaker von Babin Jar beteiligt, bei dem im September 1941 in der Ukraine etwa 34.000 Menschen ermordet wurden. Nachgewiesen sei, dass mindestens 1230 Düsseldorfer Polizisten im Zweiten Weltkrieg im sogenannten „auswärtigen Einsatz“ waren, so Dönecke. Mit einigen hatte er versucht zu sprechen: „Es gibt genug von denen, die noch leben, aber die reden nicht darüber.“
(Dinah Büssow)

Teilnahme an der Erinnerungsreise 75 Jahre Babyn Jar und Kamjanez-Podilskyj

Aufgrund seines Engagements gegen das Vergessen wurde auch Dönecke gebeten, als Teil der Delegation an der Erinnerungsreise durch die Ukraine teilzunehmen. Gemeinsam mit Olga Rosow von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf als Nachfahrin von zwölf Menschen, die dort ermordet wurden, legte Dönecke dann dort den Kranz der Jüdischen Gemeinde zum 75 Jährigen Gedenken nieder.

Josef-Neuberger-Medaille – Höchste Auszeichnung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf

In 2016 verlieh die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ihm die Josef-Neuberger- Medaille. „Der Polizeibeamte hat entscheidend für Aufklärung und gegen das Vergessen gewirkt und sich dadurch in besonderem Maße für diesen Preis qualifiziert.“, so lautete die Begründung.

Zu den bisherigen Trägern gehören unter anderen Bundespräsident a. D. Roman Herzog, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Johannes Rau.

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