Erinnerung lernen III

Lokale Initiativen


 

„Erinnerung lernen“ unterstützt in diesem Jahr besonders wertvolle lokale Initiativen  ukrainischer NGO´s zur Erinnerung an die Shoa.


Es werden u.a. Projekte aus Rivne, Charkiw, Dnipro, Kyjiw, Ternopil, Chernivsti, Lwiw und Berdytschiw sein.  Darüber hinaus werden fünf Dokumentarfilme  über die Shoa durch Erschießen und die „Ghettoauflösungen“ in  fünf ukrainischen Städten produziert und bei unserem Medienpartner ausgestrahlt.
 Ukraine weite Projekte, koordiniert  vom Zentrum Judaikum Kyjiw,  wie eine „Bibliothek der Erinnerung“ und eine Veranstaltungsreihe  „Memory Talks“ werden in mindestens zehn Städten stattfinden..
Bitte den Veranstaltungshinweisen auf unserer Facebookseite folgen. 

Das Gute wird gewinnen

„Erinnerung lernen“ und SABRA der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gestalten „Projekttag Antisemitismus“ am Mataré Gymnasium in Meerbusch.

Meerbusch / Kreis Neuss

In den letzten Schultagen vor Zeugnisvergabe und großen Ferien gab es für die Meerbuscher Europaschule mit ca. 1000 Schülerinnen und Schülern einen nicht ganz alltäglichen Besuch.

Gleich zwei Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit – Beratung bei Rassismus und Antisemitismus, kurz  SABRA und „Erinnerung lernen“, sowie der Ghetto Überlebende Herbert Rubinstein, gestalteten gemeinsam mit Lehrkräften eine Ausstellung und einen Projekttag gegen Antisemitismus und für die Erinnerung an die Shoa.

Diese Thematik, die in der letzten Zeit verstärkt auch im Erleben von Jugendlichen wieder eine Rolle spielt, wurde aus den nicht einfach greifbaren Medien, zumindest für eine Woche, in den Schulalltag geholt.

Schulleiter Christian Gutjahr-Dölls, betonte bei seiner Begrüßung in eindringlichen Worten, wie wichtig es der Schule gerade in diesen Zeiten ist, gemeinsam mit einem Partner wie der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gegen das Vergessen und für konkrete Handhabungen bei Rassismus und Antisemitismus zu arbeiten.

Erinnerung lernen

„Wir wollen praktisch etwas mit der Jugend tun, nicht warten bis es wieder zu spät ist“, so Herbert Rubinstein, Mitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Er überlebte 1941 gemeinsam mit seiner Mutter die Shoa in der heutigen Ukraine. In den 50er Jahren waren er und sein Freund Paul Spiegel (sel.A.), der ehemaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland selbst noch Besucher im jüdischen Jugendzentrum. Seit dieser Zeit fühlt sich Herbert Rubinstein auch dem Dialog, damals zunächst mit katholischen jungen Erwachsenen verbunden.

 

Ukraine

„Seit nunmehr drei Jahren reist unsere Erinnerungswerkstatt durch ukrainische Schulen, Universitäten und Bibliotheken, erstellt und übersetzt Materialien, entwickelt Formate für die Zeit, wenn die Zeitzeugen ihre Schicksale nicht mehr persönlich an die Jugend weitergeben können“, so Olga Rosow, Leiterin der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Präsentiert werden u.a. die Geschichten von zwölf Zeitzeugen, ein Schulbuch im Stile einer Graphik Novel, das die Biographien von fünf jüdischen Kindern im Holocaust erzählt, ein elektronisches Memory zur Erklärung jüdischer Symbole, ein Audio Spaziergang durch den Gedenkpark von Babyn Yar in Kyjiw, und ein Dokumentarfilm über das Leben und die gestohlene Kindheit eben jenes Herbert Rubinstein

Zuletzt wurde der Comic „Das Leben von Anne Frank“ ins Ukrainische übertragen und wird ab September in ukrainischen Schulen verteilt. Werkausstellungen fanden zuletzt in Charkiw, Krefeld, Lemberg, Tscherkasy, Gelsenkirchen, Krementschuk, Düsseldorf und Chernivsti statt,
Letztere in Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Düsseldorf, Thomas Geisel, der dazu Ende April mit einer Delegation der JGD in das heutige  „Czernowitz“ gereist ist, wo viele der Mitglieder ihre Wurzeln haben.

TRANSNATIONALES PROJEKT

„Erinnerung lernen“ ist ein transnationales Projekt auf Augenhöhe.
Alle lokalen Aktivitäten dort haben einen Bezug zu Menschen aus der Düsseldorfer Gemeinde bzw. aus dem Landesverband Nordrhein, die meisten sind mit dem Thema „Shoa durch Erschießen verbunden, wofür das Menschheitsverbrechen Babyn Yar“ nur stellvertretend steht“, sagt der Historiker und Projektkoordinator Matthias Richter.

„Alles hat in der Seniorenabteilung der Gemeinde als kleines Zeitzeugeninterview angefangen“, ergänzt Rosow, die selber aus Kyjiw stammt. „Dass nun die Ergebnisse aus der Ukraine, hier in Deutschland eingesetzt werden, war so nicht geplant, macht uns aber auch ein wenig stolz und zeigt wie nötig zeitgemäße Konzepte für dieses Arbeitsfeld sind.“

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt im Rahmen des „Ausbaus der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ gefördert.

Partner des Projektes sind u.a. das Zentrum Judaikum Kyjiw, das Museum für die Geschichte und Kultur der Juden der Bukowina, sowie das Anne Frank Huis Amsterdam und SABRA Düsseldorf.

SABRA

 Die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus SABRA wurde vor etwas über einem Jahr in Trägerschaft der JüdischenGemeindeDüseldorf gegründet und ist neben RIAS in Berlin die zweite Einrichtung dieser Art  bundesweit, unweit des Düsseldorfer Gemeindezentrums.

Das Wortspiel mit dem hebräischen Begriff für Kaktus ist gewollt. Kleine Kakteen zieren auch Logo und das Büro.
SABRA 
bietet neben Einzelfall- und Organisationsberatungen sowie Netzwerk- und Gremienarbeit auch Präventionsprogramme gegen Antisemitismus, vor allem an Schulen.

„Mit Workshops für Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse wollen wir für den alltäglichen Antisemitismus sensibilisieren«, so die Theaterpädagogin Sophie Brüss, von SABRA.

„Auch hier mit der Stufe 10 war es ein Ziel, die Auswirkungen von Antisemitismus auf Jüdinnen und Juden aufzuzeigenund aktuelle Fällen an Schulen zu diskutieren.“

„Für mich war es ein gelungener, lebendiger Workshop, bei dem die Schülerinnen und Schüler keine Scheu zeigten, auch unangenehme Fragen , nicht nur über Antisemitismus, sondern auch über die Unterschiede zum Rassismus und zur Vielfalt von jüdischen Identitätenzu stellen und ihre eigenen Bilder im Kopf zu reflektieren,  so Brüss.


Projekttag

Für ungefähr 100 Schülerinnen und Schüler der Stufe 10 wurde ein Welt Café veranstaltet bei dem Reihum die Themengruppen Antisemitismus im Alltag, Medienkompetenz „Stereotype im Netz“, ein Dokumentarfilm mit anschließendem Zeitzeugengespräch und der Besuch der Ausstellung organisiert.

„Wir verzeihen Generation der Täter nicht, aber die junge Generation ist nicht schuldig, sie soll aber aufpassen, dass sie nicht schuldig wird,“ ist einer der Aussagen die Herbert Rubinstein in dem Filmes „Ich war hier“ der ukrainische Filmemacherin Ksenyia Marchenko gegenüber Schülern in Czernowitz gemacht hat.

Im Rahmen des Projekttages am 10.07.2019 mit den 10. Klassen, an dem die etwa 107 Schülerinnen und Schüler in 4 Gruppen aufgeteilt wurden, gab es je Gruppe ein etwa halbstündiges Zeitzeugengespräch mit Herbert Rubinstein. Obwohl die Schulleitung eine gute Vorarbeit geleistet hatte, die Schülerinnen und Schüler 2 entsprechende Filme vorher gesehen hatten, fing das jeweilige Gruppengespräch etwas zäh an, vor allem nach der Mittagspause. Da saß nun Herbert Rubinstein der Gruppe im Klassenraum live gegenüber, ein für sie bis heute unbekannter älterer Mensch, von dem sie vorhin so einiges aus seinem Leben gesehen und gehört hatten. Also musste zunächst ein Vertrauen entstehen, Fragen stellen zu dürfen und auch, welche Fragen. In jeder Gruppe waren es etwa 4-5 Jugendliche, überwiegend weiblich, die sich dann doch trauten. Interessant waren die Fragen wie es uns gelang, zu überleben, d.h. mehr Einzelheiten zu Ghetto, Fluchtwege, Zustände in Czernowitz, wie und ob uns von nichtjüdischen Menschen geholfen wurde und wie ich das, als Kind, aufgenommen und verarbeitet hatte. Ich stellte fest, dass die Jugendlichen sich Vieles, was Krieg und Furchtbares bedeutet, sich nicht vorstellen können. Vielleicht, weil der überwiegende Teil hier geboren wurde, sich nicht mit Nachrichten intensiv befasst und in einer überwiegend heilen Welt lebt, die Schule, Sicherheit, ein „normales“ zu Hause und 2019 im Rheinland bedeutet. Ja, Antisemitismus, 2. Weltkrieg, Geschichte, Nationalsozialismus, alles nicht unbekannt und doch unbekannt. Also hatte ich den Eindruck, entweder Verdrängung oder klar, die Filme gesehen, aber „eine andere Zeit und Welt“. Auf meine Frage, sie seien doch 16 Jahre und wahlberechtigt, also mit verantwortlich, was politisch vor sich geht, gab es kaum Resonanz.



„Ich fand den Zeitzeugen beeindruckend“, so ein Schüler hinterher, „besonders das er so offen mit uns gesprochen hat, obwohl wir uns ja zum ersten Mal gesehen haben. 

„Das Gute wird gewinnen, so Rubinsteins Fazit im Film, ein tröstlicher Ansatz für viele Schüler, die vom Erlebten und Erlernten dieses Tages und von den traumatischen Erlebnissen der Shoa Überlebenden sichtlich bewegt waren und das auch gegenüber der Redaktion zum Ausdruck brachten.

ARBEIT mit PERSPEKTIVE

Bereits im letzten Januar hatte ein Geschichts-Leistungskurs des Mataré Gymnasiums die Ausstellung besucht und einen Workshop mit SABRA absolviert.

Nun, nach dem erfolgreichen Gastspiel in der Europaschule, haben  laut Aussagen beider Partner: Gymnasium und die Sozialabteilung der Düsseldorfer Gemeinde eine längerfristige Zusammenarbeit vereinbart.
„Gerade angesichts der aktuellen Erstarkung von antisemitischen Strömungen in Deutschland wollen wir hier an unserer Schule ein deutliches Zeichen setzen und das jetzt jährlich durchführen“, sagen die beiden Geschichtslehrer Frank Bachmann und Oliver Tauke einhellig.

Auch die neue Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW wird es sicher freuen denn solch vorbildliche zivilgesellschaftliche  Eigeninitiativen wachsen sicher nicht auf Bäumen.

Stefan Laurin

www.sabra-jgd.de / www.erinnerung-lernen.de

 

Die Mönche des Studitenordens und ihre (heldenhafte) Rolle im Holocaust“

Eines unserer lokalen Projekte war die Wiederentdeckung einer wahren ukrainischen Geschichte über die Rettung jüdischer Kinder durch die Mönche des Studitenordens.

Das Buch des ukrainischen Historikers Yuri Yuriy Skira erzählt die Geschichte von während der Nazi-Besatzung Galiziens versteckten Juden, die der Orden rund um Andrey Sheptytsky auf diese Weise rettete.

Auf einigen Veranstaltungen in Kyjiw und Lwiw wurde das Buch u.a. von
Yuri Skira, Myroslav Marynovych, Vizerektor
Ukrainischen Katholischen Universität Lemberg, Anna Prokhorova, stellvertretende Direktorin des Forschungszentrums für Geschichte und Kultur des osteuropäischen Judentums an der Kyiv-Mohyla-Akademie, Abt Ilja (Mamtschak) vom Dormitio Lavra der Studiten, Anna Berezhna und Matthias Richter für Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати der ukrainischen Öffentlichkeit vorgestellt.


Wir hatten außerdem große Ehre, ein Vorab-Exemplar an den Vorsitzenden des Jewish World Congres Ronald S. Lauder zu überreichen, der kurz zuvor mit der Andrey Sheptytsky Medaille geehrte worden war.

Auszüge aus dem Buch findet man hier. 
https://bit.ly/2CzWaIa.

„Spirit and Letter“: http://bit.ly/2Y4pzSP

Düsseldorfer Oberbürgermeister besucht Czernowitz

Am 25. April war ein großer Tag für unser Projekt Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати und für das ganze Team.

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Thomas Geiselder Landeshauptstadt Düsseldorf besuchte eine Delegation der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, das heute ukrainische Chernivtsi, früher auch bekannt als das „Jerusalem am Pruth“, #Czernowitz.


Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf pflegt enge Beziehungen zur Stadt Czernowitz, stammen doch zahlreiche Gemeindemitglieder oder deren Familien von dort. Unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde Dr. Oded Horowitz und der Gemeinderatsvorsitzende Dr. Adrian Flohr haben ihre Wurzeln in der Bukowina. Auch Herbert Rubinstein, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf, stammt aus Czernowitz. Eines der berühmtesten Mitglieder der Düsseldorfer Gemeinde, dessen ursprüngliche Heimat Czernowitz war, ist die bekannte Lyrikerin Rose Ausländer, die 1988 in Düsseldorf im Nelly-Sachs-Haus, dem Altenheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, verstarb.

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Heute erinnern daran das Jüdische Museum Czernowitz und der Jüdische Friedhof, voll mit bekannten Namen die auch in Düsseldorf bis heute einen Klang haben


Erinnerungsarbeit trifft Zukunftsvorhaben – gemeinsame Ausstellungen, Gespräche mit Zeitzeugen und die Publikation ihrer Geschichten, Schulpartnerschaften und die Erstellung von gemeinsamen Konzepten sind der Motor dieser intensiven Freundschaft, die unter anderem an der Errichtung eines zentralen Holocaust Museums für die Bukowina am jüdischen Friedhof von Chernivsti arbeitet.

Mit dem Besuch in Czernowitz, will der Oberbürgermeister Thomas Geisel auch die zahlreichen Bukowiner und Migranten aus Mittel- und Osteuropa z.B. der ehemaligen Sowjetunion ehren, die mit ihre Lebensleistung das heutige Düsseldorf bereichert haben und bereichern.
Am Denkmal für Rose Ausländer und am Massengrab für die 1941 von den Nazis ermordeten jüdischen Bürger von Czernowitz hat die Delegation rund um Adrian Flohr, dem Vorsitzender des Gemeinderates der JGD, Herbert RubinsteinOlga Rosow und mir zusammen mit dem Oberbürgermeister Thomas Geisel und dem Direktor des Jüdischen Museums und Jugendlichen der jüdischen Schule Chernivsti Kränze niedergelegt. In zahlreichen Terminen und Gesprächen wurden dann, wie erhofft, Zeichen für die Zukunft in der Beziehung beider Stadtgesellschaften gesetzt und weitere gemeinsame Projekte vereinbart.

Erinnerung lernen „Spaziergang“ in Krementschuk

(Bericht unserer Partner vom „Kulturellen Dialog Kremschuk“)

Die Gruppe traf sich am Haupteingang des Parks und unser Führer erzählte uns die Geschichte des beginnenden Zweiten Weltkriegs und des Holocaust durch Kugeln, wie diese Tragödie die Ukraine und unsere Stadt erreichte. Tausende jüdischer Menschen wurden binnen kürzester Zeit von den Deutschen ermordet.

Der heutige „Park des Friedens“ war der Ort, an dem die Nazis der sog Einsatzgruppen die Juden und später auch andere Menschen bestialisch  töteten. Während der Zeit der Sowjetunion wurden diese Informationen unter Verschluß gehalten und erst als die heutigen Bauherren begannen, hier einen Park zu errichten, fanden sie menschliche Knochen vor und man begann zu recherchieren und schließlich wurde die Geschichte des Holocaust in Krementschuk öffentlich zugänglich gemacht.
Wir gingen dann zum Monument für „Gerechten unter den Völkern“, für die Menschen die in der Region Krementschuk in dunkler Zeit, jüdisches Leben gerettet haben.
Der Stein wurde 2017 zu Ehren von 42 dieser Menschen gesetzt und wir waren zusammen mit Frau Berezhna und Herrn Matthias Richter „Erinnerung lernen“ bei der Einweihung anwesend. Alle diese Krementschuker Bürger sind in Yad Vashem, dem zentralen Mahnmal für die Opfer und die Helden der Shoa in Jerusalem geehrt worden,

Es folgte eine interessante emotionale Diskussion über all diese historischen Ereignisse, über Ereignisse in unserer Stadt mit unserem Führer, einem engagierten Lokalhistoriker.

Anschließend besuchten wir den sog. „Gong des Friedens“ der  die symbolische Bedeutung des Parkes unterstreichen soll.  
Dieser Park ist ein Ort von  schreckliche Tragödien, NS-Morden und furchbaren Einzelschicksalen und nun nach vielen Jahren symbolisiert es, das sich das Schreckliche nie wiederholen soll.  

Danach besuchten wir ein Freilichtmuseum für militärisches Gerät, ebenfalls verbunden mit der Geschichte des zweiten Weltkrieges.
Die „Erinnerungsspaziergänge“ von denen wir jetzt im Rahmendes Projektes „Erinnerung lernen“ schon einige durchgeführt haben, sind unserer Erfahrung nach ein gutes Format um sich der lokalen Erinnerung zu nähern und mit verschiedenen Akteuren darüber zwanglos ins Gespräch zu kommen.

Die Botschaft an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist klar: Niemals darf sich so etwas wiederholen.


„Erinnerung lernen“ – „Вчимося пам’ятати“ – 2019

Liebe Freunde

liebe Partner und Unterstützer von „Erinnerung lernen“,

2018 war für uns alle ein bewegendes Jahr, voller tragischer Geschichten über die Shoa und unserer Zeitzeugen in der Ukraine und Düsseldorf, begleitet von ermutigendem Austausch mit vielen Engagierten und jeder Menge spannender und emotionaler Begegnungen. 
Aus einer kleinen Reise an die Orte des Schreckens im Jahre 2016 sind inzwischen zahlreiche Projekte, Filme und sogar ein Schulbuch im Comicformat entstanden, aber vor allem transnationale und interreligiöse Kooperationen und Freundschaften.

Inzwischen 14 Städte in der Ukraine und Deutschland und über 100 Veranstaltungen sind ein beeindruckendes Zwischenergebnis von „Erinnerung lernen“ und ein großer Erfolg des ganzen Teams und unserer lokalen Partner von Lwiw bis Charkiw.

Großen Dank an alle, die das ermöglicht haben! ( Wir müssten jetzt mindesten 50 Personen nennen und verzichten deshalb auf eine Liste.) 
Wir freuen uns auf das nächste Jahr 2019, in dem es auch im Bereich Erinnerungskultur, Kampf gegen Antisemitismus, Homophobie und Rassismus jede Menge Herausforderungen geben wird, die wir mutig angehen.

Wir wünschen denen, die jetzt Neujahr und Weihnachten feiern, ein friedliches, erfolgreiches und gesundes Jahr 2019, alternativ einen glücklichen Verlauf des Jahres 5779.

Im Anhang findet ihr noch ein paar Impressionen und zwei links zu Filmen, die uns alle bewegen.

Herzlich und stellvertretend für das Team

Matthias André Richter

ua
Шановні друзі та партнери проекту „Вчимося пам’ятати“,

2018 рік був для нас дуже активним, сповненим трагізму історії Шоа та наших свідків з України та Німеччини, що супроводжувався підтримкою багатьох задіяних осіб і безліччю захоплюючих та емоційних зустрічей.

З короткої подорожі місцями пам’яті у 2016 році розвинулися численні проекти, фільми та навіть дитяча книга у форматі графічної новели, але найважливіше – транснаціональне та міжрелігійне співробітництво та дружба. Тим часом, загалом 14 міст в Україні та Німеччині, близько 100 заходів є вражаючим результатом проекту „Вчимося пам’ятати“ та локальних партнерів від Львова до Хркова.

Ми щиро вдячні всім, хто зробив це можливим!

Радо зустрічаємо новий 2019 рік, з готовністю протистояти новим викликам у сферах культури пам’яті, антисемітизму, гомофобії та расизму.

Бажаємо миру, здоров’я та процвітання у новому 2019 році, або ж щасливого перебігу 5779 року!

У додатку Ви знайдете також декілька посилань з статтями та фільмами, що нас зворушують.

З найкращими побажаннями від імені всієї команди,

МАттіас Андре Ріхтер.

https://www.youtube.com/watch?v=GRam0mgjWkE&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch…

-- 
Matthias André Richter, M.A. 

Projektkoordinator 
Erinnerung lernen
Вчимося пам’ятати

Präsentation des Schulbuches „Shoa in der Bukowina“

Am Montag, dem 8. Oktober 2018, wurde an der Nationalen Universität Czernowitz. Yuriy Fedkovych die Ausstellung „Werkstatt Erinnerung an den Holocaust“ in der Ukraine feierlich eröffnet. Die Studierenden, die Schulklassen sowie zahlreichen Besuchergruppen der Universität machten vom Besuch der Ausstellung und den Veranstaltungen regen Gebrauch, bis zu 200 Personen besuchten täglich das Projekt.

Im Rahmen der Ausstellung wurden eine Reihe von Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die dem 77.Jahrestages der Einrichtung des Ghettos in Czernowitz gewidmet waren aus dem viele Bukowiner Juden in den Tod geschickt wurden.

Unser Dank allen Beteiligten, dem Museum für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina, Mykola Kuschnir, der Nationalen Universität Czernowitz, der Jüdischen Schule Czernowitz, Frau Natalya Gerasim, Leiterin des Zentrums für Bildungsmanagement der Stadt Czernowitz und Frau Anya Berezhna (Projektkoordinatorin UA) für die aktive und engagierte Umsetzung der Veranstaltungen.
Besonders bewegend war dann der Besuch am Denkmal für die Opfer des Ghettos zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Jüdischen Schule und zwei Shoa Überlebenden, Miriam Taylor (heute USA) und Herbert Rubinstein (Jüdische Gemeinde Düsseldorf), Freunde aus der Kindheit, deren Familien in den 30er und 40er Jahren eng befreundet waren und sie nun zum ersten mal seit 76 Jahren wieder in Czernowitz zusammen trafen.

„Als ob es gestern gewesen wäre, wir standen uns nahe wie Geschwister“, so Mimi Taylor in einem Interview.

(20 Kippot in Czernowitz, beim Besuch des Denkmales für das dortige Ghetto)

Am Zweiten Tag folgte dann eine
Präsentation der elektronischen Fassung des Kinderbuches „Shoa in der Bukowina“ mit Elementen des Comics „Blindekuh mit dem Tod“, Erinnerungen von Kindern an die dunkle Zeit der deutschen und rumänischen Okkupation.

Фото: „Вчимося пам’ятати“

Das Buch basiert auf Fragmenten von Memoiren fünf jüdischer Zeitzeugen aus Czernowitz, ergänzt durch authentisches Material in Form von Fotografien, Briefen, Archivdokumenten sowie didaktischen Apparaten – historischen Referenzen, Begriffserklärungen jüdsicher Symbolik usw.

Das Buch wurde im Rahmen des transnationalen ukrainisch-deutschen Projekts „Erinnerung lernen“ erarbeitet, das eine ganze Reihe von Bildungs- und Gedenkinitiativen zusammenführt, um die Erinnerung an den Holocaust auf dem Gebiet der heutigen Ukraine zu bewahren.
Außer Mimi Taylor, die mit ihrem Gatten aus den USA angereist war und Herbert Rubinstein nahmen noch Nachfahren der weiteren Überlebenden an der Veranstaltung Teil.

Bei der Buchvorstellung erinnerte auch der Deutsche Gesandte in der Ukraine Wolfgang Bindseil, sowie Vertreter des Jüdischen Museums und der Jüdischen Gemeinde an das Schicksal der Insassen des Ghettos und der Hölle von Transnistrien, die viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf durchlitten haben.
Anläßlich des 10. Jahrestages der Gründung des Museums für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina wurde nun dieses Aufsehen erregende beeindruckende Buchprojekt vorgestellt, das vor allem Herbert Rubinstein auch als Vorbild für eine Erinnerungsarbeit in Nordrhein Westfalen verstanden haben will.

Video- Jewish TV new report about „Erinnerung lernen“ in Chernivsti

Childhood friends – Holocaust survisors – met for the first time in 70 years!The story of how two Jewish children…

Gepostet von Jewish News am Dienstag, 13. November 2018

Zuhause in Düsseldorf

Neues Buch über die Jüdische Gemeinde Düsseldorf nach 1945 widmet „Erinnerung lernen“ ein ganzes Kapitel.

Ein neues Buch über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf nach 1945 wurde am 23. 10. 2018 vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Droste Verlag feierlich vorgestellt. Gewidmet ist das Buch der Journalistin Annette Kanis, vor allem dem Wiederaufbau und den „Aufbauern“ der Düsseldorfer Gemeinde nach der Shoa, von denen viele aus der ehemaligen Bukowina also der heutigen Ukraine stammten.
Dieser Tatsache, den aktuellen transnationalen Aktivitäten zwischen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Chernivsti, sowie unserem Projekt „Erinnerung lernen“ wurden in dem Buch insgesamt zwei Kapitel gewidmet, was den Stellenwert dieser deutsch-ukrainischen Erinnerungsarbeit deutlich untermauert. Vor allem die Biographien von Überlebenden des Holocaust im Ghetto, in Transnistrien oder in den Todeslagern werden den Lesern durch das kreative Schaffen dieser Persönlichkeiten an der Zukunft und Gegenwart des Düsseldorfer Gemeindelebens nahe gebracht.
Wir bedanken uns ausdrücklich bei Autorin und Verlag und vor allem bei den vielen aktiven Zeitzeugen und Akteuren die dieses wunderbare Projekt weiterhin unterstützen und ermöglichen.
Es gibt noch viele Geschichten zu erzählen, so das Fazit von Annette Kanis. Dem schließen wir uns voller Tatendrang gerne an. Niemals vergessen…

https://www.droste-verlag.de/buecher/zuhause-in-duesseldorf

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