Das Wunder von Czernowitz

Dienstag, 13. Oktober 2020 um 18 Uhr
Das Wunder von Czernowitz
Makkabi feiert 100 Jahre Fußballmeisterschaft der Bukowina.
Ausstellungseröffnung (Foyer Eichendorff-Saal)
 
Grußwort: Dr. Adrian Flohr (Vorsitzender des Gemeinderats der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) und Dirk Wiese (MdB).
Historische Einführung: Dr. Mykola Kushnir (Museum Czernovitz)
Kooperationspartner: Erinnerung Lernen
 
Vor genau 100 Jahren, im Juli 1920, errang die Mannschaft von Makkabi Czernowitz durch einen Zwei zu Null Sieg über die „Polonia“ den Meistertitel der Bukowina. Czernowitz, damals auch das Jerusalem am Pruth genannt, war ein bedeutendes Zentrum des Judentums in der ehemaligen Habsburger Monarchie, sowohl im kulturellen und religiösen Sinne wie später im aufkommenden Zionismus, bei dessen Aufstieg die Makkabi Bewegung ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, auch und gerade Makkabi Czernowitz. Fünf Nationalhäuser, fünf Mannschaften: Deutsche, Juden, Polen, Rumänen und Ukrainer, das war der Spiegel des damaligen Czernowitz. 100 Jahre später, 75 Jahre nach der Shoa, gibt es wieder jüdischen Sport in Czernowitz/Tscherniwzi und im befreundeten Düsseldorf.
Die Wander-Ausstellung wird erstmalig im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus und im Rathaus von Czernowitz gezeigt. Dabei wird wieder einmal die besondere Brücke zwischen Czernowitz und Düsseldorf eine wichtige Rolle spielen. Nachfahren und Verwandte der Sport-Helden von damals leben heute in Düsseldorf und sind u.a. hier in der Jüdischen Gemeinde aktiv.
Laufzeit der Ausstellung: 14. Oktober bis 20. November 2020


( Bildnachweis: Courtesy of Jery Eshet/Wolf,  Museum für die Geschichte und Kultur der Juden der Bukowina. )


 

 

 

Erinnerung lernen III

Lokale Initiativen


 

„Erinnerung lernen“ unterstützt in diesem Jahr besonders wertvolle lokale Initiativen  ukrainischer NGO´s zur Erinnerung an die Shoa.


Es werden u.a. Projekte aus Rivne, Charkiw, Dnipro, Kyjiw, Ternopil, Chernivsti, Lwiw und Berdytschiw sein.  Darüber hinaus werden fünf Dokumentarfilme  über die Shoa durch Erschießen und die „Ghettoauflösungen“ in  fünf ukrainischen Städten produziert und bei unserem Medienpartner ausgestrahlt.
 Ukraine weite Projekte, koordiniert  vom Zentrum Judaikum Kyjiw,  wie eine „Bibliothek der Erinnerung“ und eine Veranstaltungsreihe  „Memory Talks“ werden in mindestens zehn Städten stattfinden..
Bitte den Veranstaltungshinweisen auf unserer Facebookseite folgen. 

Das Gute wird gewinnen

„Erinnerung lernen“ und SABRA der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gestalten „Projekttag Antisemitismus“ am Mataré Gymnasium in Meerbusch.

Meerbusch / Kreis Neuss

In den letzten Schultagen vor Zeugnisvergabe und großen Ferien gab es für die Meerbuscher Europaschule mit ca. 1000 Schülerinnen und Schülern einen nicht ganz alltäglichen Besuch.

Gleich zwei Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit – Beratung bei Rassismus und Antisemitismus, kurz  SABRA und „Erinnerung lernen“, sowie der Ghetto Überlebende Herbert Rubinstein, gestalteten gemeinsam mit Lehrkräften eine Ausstellung und einen Projekttag gegen Antisemitismus und für die Erinnerung an die Shoa.

Diese Thematik, die in der letzten Zeit verstärkt auch im Erleben von Jugendlichen wieder eine Rolle spielt, wurde aus den nicht einfach greifbaren Medien, zumindest für eine Woche, in den Schulalltag geholt.

Schulleiter Christian Gutjahr-Dölls, betonte bei seiner Begrüßung in eindringlichen Worten, wie wichtig es der Schule gerade in diesen Zeiten ist, gemeinsam mit einem Partner wie der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gegen das Vergessen und für konkrete Handhabungen bei Rassismus und Antisemitismus zu arbeiten.

Erinnerung lernen

„Wir wollen praktisch etwas mit der Jugend tun, nicht warten bis es wieder zu spät ist“, so Herbert Rubinstein, Mitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Er überlebte 1941 gemeinsam mit seiner Mutter die Shoa in der heutigen Ukraine. In den 50er Jahren waren er und sein Freund Paul Spiegel (sel.A.), der ehemaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland selbst noch Besucher im jüdischen Jugendzentrum. Seit dieser Zeit fühlt sich Herbert Rubinstein auch dem Dialog, damals zunächst mit katholischen jungen Erwachsenen verbunden.

 

Ukraine

„Seit nunmehr drei Jahren reist unsere Erinnerungswerkstatt durch ukrainische Schulen, Universitäten und Bibliotheken, erstellt und übersetzt Materialien, entwickelt Formate für die Zeit, wenn die Zeitzeugen ihre Schicksale nicht mehr persönlich an die Jugend weitergeben können“, so Olga Rosow, Leiterin der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Präsentiert werden u.a. die Geschichten von zwölf Zeitzeugen, ein Schulbuch im Stile einer Graphik Novel, das die Biographien von fünf jüdischen Kindern im Holocaust erzählt, ein elektronisches Memory zur Erklärung jüdischer Symbole, ein Audio Spaziergang durch den Gedenkpark von Babyn Yar in Kyjiw, und ein Dokumentarfilm über das Leben und die gestohlene Kindheit eben jenes Herbert Rubinstein

Zuletzt wurde der Comic „Das Leben von Anne Frank“ ins Ukrainische übertragen und wird ab September in ukrainischen Schulen verteilt. Werkausstellungen fanden zuletzt in Charkiw, Krefeld, Lemberg, Tscherkasy, Gelsenkirchen, Krementschuk, Düsseldorf und Chernivsti statt,
Letztere in Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Düsseldorf, Thomas Geisel, der dazu Ende April mit einer Delegation der JGD in das heutige  „Czernowitz“ gereist ist, wo viele der Mitglieder ihre Wurzeln haben.

TRANSNATIONALES PROJEKT

„Erinnerung lernen“ ist ein transnationales Projekt auf Augenhöhe.
Alle lokalen Aktivitäten dort haben einen Bezug zu Menschen aus der Düsseldorfer Gemeinde bzw. aus dem Landesverband Nordrhein, die meisten sind mit dem Thema „Shoa durch Erschießen verbunden, wofür das Menschheitsverbrechen Babyn Yar“ nur stellvertretend steht“, sagt der Historiker und Projektkoordinator Matthias Richter.

„Alles hat in der Seniorenabteilung der Gemeinde als kleines Zeitzeugeninterview angefangen“, ergänzt Rosow, die selber aus Kyjiw stammt. „Dass nun die Ergebnisse aus der Ukraine, hier in Deutschland eingesetzt werden, war so nicht geplant, macht uns aber auch ein wenig stolz und zeigt wie nötig zeitgemäße Konzepte für dieses Arbeitsfeld sind.“

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt im Rahmen des „Ausbaus der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ gefördert.

Partner des Projektes sind u.a. das Zentrum Judaikum Kyjiw, das Museum für die Geschichte und Kultur der Juden der Bukowina, sowie das Anne Frank Huis Amsterdam und SABRA Düsseldorf.

SABRA

 Die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus SABRA wurde vor etwas über einem Jahr in Trägerschaft der JüdischenGemeindeDüseldorf gegründet und ist neben RIAS in Berlin die zweite Einrichtung dieser Art  bundesweit, unweit des Düsseldorfer Gemeindezentrums.

Das Wortspiel mit dem hebräischen Begriff für Kaktus ist gewollt. Kleine Kakteen zieren auch Logo und das Büro.
SABRA 
bietet neben Einzelfall- und Organisationsberatungen sowie Netzwerk- und Gremienarbeit auch Präventionsprogramme gegen Antisemitismus, vor allem an Schulen.

„Mit Workshops für Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse wollen wir für den alltäglichen Antisemitismus sensibilisieren«, so die Theaterpädagogin Sophie Brüss, von SABRA.

„Auch hier mit der Stufe 10 war es ein Ziel, die Auswirkungen von Antisemitismus auf Jüdinnen und Juden aufzuzeigenund aktuelle Fällen an Schulen zu diskutieren.“

„Für mich war es ein gelungener, lebendiger Workshop, bei dem die Schülerinnen und Schüler keine Scheu zeigten, auch unangenehme Fragen , nicht nur über Antisemitismus, sondern auch über die Unterschiede zum Rassismus und zur Vielfalt von jüdischen Identitätenzu stellen und ihre eigenen Bilder im Kopf zu reflektieren,  so Brüss.


Projekttag

Für ungefähr 100 Schülerinnen und Schüler der Stufe 10 wurde ein Welt Café veranstaltet bei dem Reihum die Themengruppen Antisemitismus im Alltag, Medienkompetenz „Stereotype im Netz“, ein Dokumentarfilm mit anschließendem Zeitzeugengespräch und der Besuch der Ausstellung organisiert.

„Wir verzeihen Generation der Täter nicht, aber die junge Generation ist nicht schuldig, sie soll aber aufpassen, dass sie nicht schuldig wird,“ ist einer der Aussagen die Herbert Rubinstein in dem Filmes „Ich war hier“ der ukrainische Filmemacherin Ksenyia Marchenko gegenüber Schülern in Czernowitz gemacht hat.

Im Rahmen des Projekttages am 10.07.2019 mit den 10. Klassen, an dem die etwa 107 Schülerinnen und Schüler in 4 Gruppen aufgeteilt wurden, gab es je Gruppe ein etwa halbstündiges Zeitzeugengespräch mit Herbert Rubinstein. Obwohl die Schulleitung eine gute Vorarbeit geleistet hatte, die Schülerinnen und Schüler 2 entsprechende Filme vorher gesehen hatten, fing das jeweilige Gruppengespräch etwas zäh an, vor allem nach der Mittagspause. Da saß nun Herbert Rubinstein der Gruppe im Klassenraum live gegenüber, ein für sie bis heute unbekannter älterer Mensch, von dem sie vorhin so einiges aus seinem Leben gesehen und gehört hatten. Also musste zunächst ein Vertrauen entstehen, Fragen stellen zu dürfen und auch, welche Fragen. In jeder Gruppe waren es etwa 4-5 Jugendliche, überwiegend weiblich, die sich dann doch trauten. Interessant waren die Fragen wie es uns gelang, zu überleben, d.h. mehr Einzelheiten zu Ghetto, Fluchtwege, Zustände in Czernowitz, wie und ob uns von nichtjüdischen Menschen geholfen wurde und wie ich das, als Kind, aufgenommen und verarbeitet hatte. Ich stellte fest, dass die Jugendlichen sich Vieles, was Krieg und Furchtbares bedeutet, sich nicht vorstellen können. Vielleicht, weil der überwiegende Teil hier geboren wurde, sich nicht mit Nachrichten intensiv befasst und in einer überwiegend heilen Welt lebt, die Schule, Sicherheit, ein „normales“ zu Hause und 2019 im Rheinland bedeutet. Ja, Antisemitismus, 2. Weltkrieg, Geschichte, Nationalsozialismus, alles nicht unbekannt und doch unbekannt. Also hatte ich den Eindruck, entweder Verdrängung oder klar, die Filme gesehen, aber „eine andere Zeit und Welt“. Auf meine Frage, sie seien doch 16 Jahre und wahlberechtigt, also mit verantwortlich, was politisch vor sich geht, gab es kaum Resonanz.



„Ich fand den Zeitzeugen beeindruckend“, so ein Schüler hinterher, „besonders das er so offen mit uns gesprochen hat, obwohl wir uns ja zum ersten Mal gesehen haben. 

„Das Gute wird gewinnen, so Rubinsteins Fazit im Film, ein tröstlicher Ansatz für viele Schüler, die vom Erlebten und Erlernten dieses Tages und von den traumatischen Erlebnissen der Shoa Überlebenden sichtlich bewegt waren und das auch gegenüber der Redaktion zum Ausdruck brachten.

ARBEIT mit PERSPEKTIVE

Bereits im letzten Januar hatte ein Geschichts-Leistungskurs des Mataré Gymnasiums die Ausstellung besucht und einen Workshop mit SABRA absolviert.

Nun, nach dem erfolgreichen Gastspiel in der Europaschule, haben  laut Aussagen beider Partner: Gymnasium und die Sozialabteilung der Düsseldorfer Gemeinde eine längerfristige Zusammenarbeit vereinbart.
„Gerade angesichts der aktuellen Erstarkung von antisemitischen Strömungen in Deutschland wollen wir hier an unserer Schule ein deutliches Zeichen setzen und das jetzt jährlich durchführen“, sagen die beiden Geschichtslehrer Frank Bachmann und Oliver Tauke einhellig.

Auch die neue Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW wird es sicher freuen denn solch vorbildliche zivilgesellschaftliche  Eigeninitiativen wachsen sicher nicht auf Bäumen.

Stefan Laurin

www.sabra-jgd.de / www.erinnerung-lernen.de

 

Video – Linkliste Evreiski Novosti

Russian speaking :Material about Jewish festival in Germany 

https://www.facebook.com/watch/?v=860827340934980
https://www.youtube.com/watch?v=lbolp0QVw_U

English versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=429138347654584

Material about Lev Agranovich https://www.facebook.com/watch/?v=325217374812325https://www.youtube.com/watch?v=Kyr_R3r99iw

Material about exhibition Ksenia Marchenko https://www.facebook.com/watch/?v=734725656943452https://www.youtube.com/watch?v=XpNLuDafsPI

 Material about synemagoge in Chernowits 
https://www.facebook.com/watch/?v=2290151687866895https://www.youtube.com/watch?v=ILh4KBUxAcA

Material about Stones of memory in Duss https://www.facebook.com/watch/?v=421620715295400https://www.youtube.com/watch?v=6PtVpKQNV7s&t=6s

Germany versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=1298083140354819
English versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=344097219792335

 Material for the International Day of Holocoaust with intewiew of eyewitness from Duss
https://www.facebook.com/watch/?v=775675459472410https://www.youtube.com/watch?v=W8RWkPjZmwU

Material about audio guide of Babiy Yarhttps://www.facebook.com/watch/?v=320422422017217https://www.youtube.com/watch?v=csznFtpQTPY
English versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=2315613608695466

Ezhibition in Lviv https://www.facebook.com/watch/?v=501101483626118https://www.youtube.com/watch?v=cCPOo92ODSE&t=26s

Eng versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=2074511812867880

Masterskie pamyati in Odessahttps://www.facebook.com/watch/?v=596153880799779
https://www.youtube.com/watch?v=bN5mFwFGwmQ

Material about Gerbert and Mimihttps://www.facebook.com/watch/?v=2216246081989572https://www.youtube.com/watch?v=Q4eiw4jaA9Q

English version https://www.facebook.com/watch/?v=1018934028289585

One more material about Gerbert and Mimi https://www.facebook.com/watch/?v=300147584155885
Material for 77 universary of tragedy Babiy Yar https://www.facebook.com/watch/?v=1291914087642924https://www.youtube.com/watch?v=pZvjdTDXJfk

Eng versionhttps://www.facebook.com/watch/?v=291489124908359

Material of Yom Ha shoa in Duss 2018https://www.facebook.com/watch/?v=493298147739785https://www.youtube.com/watch?v=dn4ieL-cvyw&t=1s

Eng version https://www.facebook.com/watch/?v=2072503379735390
Material about Masterskie pamyati in Duss https://www.facebook.com/watch/?v=476552152747718https://www.youtube.com/watch?v=JV0B-ktZ89w&t=33s

Eng version https://www.facebook.com/watch/?v=2047396395579422

Die Mönche des Studitenordens und ihre (heldenhafte) Rolle im Holocaust“

Eines unserer lokalen Projekte war die Wiederentdeckung einer wahren ukrainischen Geschichte über die Rettung jüdischer Kinder durch die Mönche des Studitenordens.

Das Buch des ukrainischen Historikers Yuri Yuriy Skira erzählt die Geschichte von während der Nazi-Besatzung Galiziens versteckten Juden, die der Orden rund um Andrey Sheptytsky auf diese Weise rettete.

Auf einigen Veranstaltungen in Kyjiw und Lwiw wurde das Buch u.a. von
Yuri Skira, Myroslav Marynovych, Vizerektor
Ukrainischen Katholischen Universität Lemberg, Anna Prokhorova, stellvertretende Direktorin des Forschungszentrums für Geschichte und Kultur des osteuropäischen Judentums an der Kyiv-Mohyla-Akademie, Abt Ilja (Mamtschak) vom Dormitio Lavra der Studiten, Anna Berezhna und Matthias Richter für Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати der ukrainischen Öffentlichkeit vorgestellt.


Wir hatten außerdem große Ehre, ein Vorab-Exemplar an den Vorsitzenden des Jewish World Congres Ronald S. Lauder zu überreichen, der kurz zuvor mit der Andrey Sheptytsky Medaille geehrte worden war.

Auszüge aus dem Buch findet man hier. 
https://bit.ly/2CzWaIa.

„Spirit and Letter“: http://bit.ly/2Y4pzSP

Düsseldorfer Oberbürgermeister besucht Czernowitz

Am 25. April war ein großer Tag für unser Projekt Erinnerung lernen / Вчимося пам’ятати und für das ganze Team.

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Thomas Geiselder Landeshauptstadt Düsseldorf besuchte eine Delegation der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, das heute ukrainische Chernivtsi, früher auch bekannt als das „Jerusalem am Pruth“, #Czernowitz.


Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf pflegt enge Beziehungen zur Stadt Czernowitz, stammen doch zahlreiche Gemeindemitglieder oder deren Familien von dort. Unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde Dr. Oded Horowitz und der Gemeinderatsvorsitzende Dr. Adrian Flohr haben ihre Wurzeln in der Bukowina. Auch Herbert Rubinstein, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf, stammt aus Czernowitz. Eines der berühmtesten Mitglieder der Düsseldorfer Gemeinde, dessen ursprüngliche Heimat Czernowitz war, ist die bekannte Lyrikerin Rose Ausländer, die 1988 in Düsseldorf im Nelly-Sachs-Haus, dem Altenheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, verstarb.

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Heute erinnern daran das Jüdische Museum Czernowitz und der Jüdische Friedhof, voll mit bekannten Namen die auch in Düsseldorf bis heute einen Klang haben


Erinnerungsarbeit trifft Zukunftsvorhaben – gemeinsame Ausstellungen, Gespräche mit Zeitzeugen und die Publikation ihrer Geschichten, Schulpartnerschaften und die Erstellung von gemeinsamen Konzepten sind der Motor dieser intensiven Freundschaft, die unter anderem an der Errichtung eines zentralen Holocaust Museums für die Bukowina am jüdischen Friedhof von Chernivsti arbeitet.

Mit dem Besuch in Czernowitz, will der Oberbürgermeister Thomas Geisel auch die zahlreichen Bukowiner und Migranten aus Mittel- und Osteuropa z.B. der ehemaligen Sowjetunion ehren, die mit ihre Lebensleistung das heutige Düsseldorf bereichert haben und bereichern.
Am Denkmal für Rose Ausländer und am Massengrab für die 1941 von den Nazis ermordeten jüdischen Bürger von Czernowitz hat die Delegation rund um Adrian Flohr, dem Vorsitzender des Gemeinderates der JGD, Herbert RubinsteinOlga Rosow und mir zusammen mit dem Oberbürgermeister Thomas Geisel und dem Direktor des Jüdischen Museums und Jugendlichen der jüdischen Schule Chernivsti Kränze niedergelegt. In zahlreichen Terminen und Gesprächen wurden dann, wie erhofft, Zeichen für die Zukunft in der Beziehung beider Stadtgesellschaften gesetzt und weitere gemeinsame Projekte vereinbart.

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